Bereitest du Umstände?

Heute und gestern habe ich viele Stunden beim Kinderzahnarzt mit meiner Tochter verbracht. Nicht nur das meine tolle Wochenplanung über den Haufen geworfen wurde, nein, ich durfte mal wieder etwas ganz klar lernen: SELBSTWERT!

Dazu musst du wissen, dass wir das Glück haben eine ganz wundervolle (ich wusste nicht mal das es sowas gibt) Praxis im Nachbarort haben die sich auf Kinder und Jugendliche spezialisiert hat. Das Kind steht dort wirklich im Fokus und es bleiben so gut wie keine Wünsche offen, um den Aufenthalt und die Behandlung so angenehm wie möglich zu gestalten. Im Wartebereich kann man einem Chamäleon und einer Bartagame zusehen – die Mama bekommt ein Getränk …. WOW.

Doch was hat das mit dir zu tun und warum erzähle ich dir das?

Ich habe mich gestern bei etwas ertappt! Die Zahnärztin hat meine Tochter gefragt, ob sie wegen dem hellen Licht gern eine Sonnenbrille tragen möchte. Ich habe innerlich schon gezuckt und wollte sagen: „Quatsch, da machen wir einfach die Augen zu….“ aber Sweety war schneller und wollte natürlich eine Sonnenbrille haben. In all den Schubladen im Behandlungsraum gab es keine Sonnenbrille und die Zahnärztin bat die Helferin bitte eine Sonnenbrille zu besorgen. Was mache ich, ich sage: „Nein nein, so wichtig ist das doch nicht – machen Sie doch  bitte keine Umstände.“

Was soll ich sagen? Meine Kleine hatte ein paar Sekunden später eine Sonnenbrille auf der Nase 😉

Doch mich hat das nicht los gelassen und dann sind mir im Nachgang so viele Situationen eingefallen, in denen ich diesen Satz entweder laut gesagt oder gedacht habe: 

  • Im Restaurant ist das Essen nicht so wie gewünscht oder bestellt (aber ich sage nichts)
  • Ich werde gefragt ob ich etwas trinken möchte (zum Beispiel in einem Wartebereich oder beim Frisör) und ich lehne ab
  • Du bist mit deiner Familie einkaufen / bummeln und alle haben was gefunden, nur du nicht. Anstelle weiter zu schauen geht ihr nach Hause
  •  ….

Soll das unser Ernst sein?

Wir wollen anderen keine Umstände bereiten? Was ist das denn bitte? Ernsthaft?

Wir werden des Nachts aus dem Bett geholt wenn Sweety schlecht geschlafen hat oder was trinken will; wir spielen Fahrdienst für die halbe Fußballmannschaft des Sohnes; wir kochen vegan und normal damit jeder in der Familie zufrieden ist aber WIR wollen nicht das sonst jemand UMSTÄNDE hat??? Was haben wir doch für ein geringes Selbstwertgefühl! Und ich meine das nicht belustigend sondern sehr ernüchternd, denn es hat mich an einem ganz wunden Punkt getroffen.

Gerade wir Frauen machen unseren Wert von so vielen äußeren Dingen abhängig! Erst wenn alles schön aufgeräumt ist, wenn das Essen wie vom Sternekoch aussieht und die Kinder mit einem Harvard Abschluss glänzen, fühlen wir uns WERTVOLL. Dann dürfen wir – natürlich in Maßen – stolz auf uns sein und uns vielleicht etwas schönes gönnen.

Ich kann das gerne mit einem weiteren persönlichen Beispiel verdeutlichen:

Ich dachte stets, wenn ich mal ein Einkommen von mindestens 2.000,-€ monatlich habe, dann bin ich wohlhabend und kann mir die Dinge leisten die ich will. Heute weiß ich (und das gerade mal 2 Jahre nach der Zwangsversteigerung unseres Hauses) wie wohlhabend ich bin – und ich habe noch kein Einkommen von 2.000,-€ im Monat.

Weißt du was ich letzte Woche gemacht habe? Ich habe mir zum ersten Mal eine Thaimassage gegönnt – es war der Hammer! Ich hatte Verspannungen und das tiefe Bedürfnis mir etwas Gutes zu tun und das obwohl ich gewisse gesetzte Vorgaben (noch) nicht erreicht hatte und ich mich ja eigentlich noch ohne Schmerzen bewegen konnte. Aber ich habe mir gesagt: ICH BIN MIR DAS WERT!! Ich muss nicht warten, bis ich total fertig bin und mein Körper schon nach Hilfe schreit. 

Quelle: Istockphoto

 

 

Lernen von den Kindern

Dein Sein und dein Wert haben NICHTS mit dem zu tun was du geleistet, geschafft oder auf dem Konto hast. Null Komma Null! Aber wir denken das und wir bekommen das ja auch von klein auf beigebracht! Sich selbst wichtig und ernst zu nehmen ist nicht gut, und wenn wir das mit unseren Kindern machen so erziehen wir Narzissten und Egoisten.

Im Gegenteil: ich glaube wenn wir uns viel mehr auf die Kinder einlassen könnten – würden wir soviel lernen. Ein Kind das noch mit sich selbst verbunden ist, frei von Konkurrenz – und Leistungsdenken wird stets gut für sich sorgen und frei von Mangel – und Opferidentitäten sein. Ich bin der Meinung wir ziehen keine Narzissten groß, sondern kreative und selbstbewusste Schöpfer!

Doch mir geht es heute nicht in erster Linie um die Kinder, sondern um uns. Wir, die wir die direkten Vorbilder unserer Kinder sind. Wir dürfen lernen uns selbst wieder mit Achtung und Respekt zu begegnen. Beobachte bitte deine Selbstgespräche / Gedanken wenn du aus der Dusche kommst und dich nackt siehst. Glaube mir, Wertschätzung ist was anderes 😉

Was wichtig ist:

Im letzten Webinar sprach ich unter anderem über das Thema Vergebung und wie wichtig das für unser Fort- und Weiterkommen ist. Doch auch dabei dürfen wir UNS selbst nicht übergehen. Ja du liest richtig: wir dürfen und müssen auch uns selbst vergeben. Es bringt nicht viel wenn du hunderten Menschen in deinem Leben vergeben kannst aber dir selbst nicht. Und glaube mir, es gibt viele Dinge die du dir noch nicht vergeben hast. (Wenn du dich noch anmelden möchtest, kannst du das gerne tun und ich sende dir den Link zur Aufzeichnung zu.)

Im kommenden Webinar nächsten Dienstag, spreche ich unter anderem über Kommunikation und Wege wie du dir selbst etwas Gutes tun kannst. Dafür braucht es aber (d)eine Erlaubnis und im Coaching ist es ganz oft so, dass Frauen von mir die Erlaubnis ausgesprochen bekommen möchten etwas zu tun oder zu verändern. Und ich sage das hier nun in aller Deutlichkeit:

Ich gebe dir die Erlaubnis, gut und liebevoll zu dir zu sein! Gönne dir Liebe – Aufmerksamkeit und DAS wonach du dich sehnst, aus tiefstem Herzen. Denn du musst dafür nichts tun oder erreichen, du bist es WERT – ohne von einer Leistung abhängig zu sein.

Du siehst, so kann auch der Aufenthalt beim Zahnarzt etwas wertvolles sein. Wenn wir aufmerksam und offen sind, können wir aus JEDER Lebenssituation etwas Gutes und Lehrreiches mitnehmen. Nichts geschieht ohne Grund, weder in deinem noch in meinem Leben. Möchtest du das auch so sehen können und dein Leben aus einem anderen Blickwinkel betrachten? Dann melde dich noch heute zum nächsten kostenfreien Webinar mit dem Thema „Bringe Balance in dein Leben“ an.

Ich freue mich auf dich und wünsche dir einen wundervollen Tag.

Alles Liebe, deine

 

 

 

 

 

P.S.: Wann hast du zuletzt etwas NICHT getan oder in Anspruch genommen, weil du KEINE UMSTÄNDE bereiten wolltest?

3 Kommentare Schreib einen Kommentar

  1. Super Beitrag Nicole. Damit zeigst du ein sehr wichtiges und immer wieder noch unterschätztes Thema auf, da es meist so unbewusst abläuft. Du hast es enttarnt und wunderbar beschrieben! <3
    Stefanie

    • von Nicole Bailer

      Herzlichen Dank liebe Stefanie für deinen Kommentar. Und wie unbewusst das abläuft aber welche tiefe Verletzungen damit einhergehen ist unglaublich. Ein Segen es zu erkennen und anzugehen.
      Liebe grüße Nicole

  2. Stimmt, es läuft meistens unbewusst ab, das ist das Perfide daran. Ich bin der Meinung, mir sehr wohl etwas zu gönnen und auf meine Bedürfnisse zu achten.
    Und doch: gerade nehme ich an einer Video-Challenge teil und die heutige Aufgabe besteht darin, ein Video aufzunehmen und die Belohnung, die man sich nach erfolgreicher Challenge gönnt, zu kommunizieren. Und wisst Ihr was? Es fällt mir nix ein! Bin ich wirklich so wunschlos glücklich?

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